Middle Wetten & Polish Middle: Erklärung der Wettstrategie, Vorteile & Beispiele

Unter Sportwettern sind die Begriffe Middle & Polish Middle wenig verbreitet, findet sich der Ursprung dieser beiden Wettarten doch in der „Smart Betting Szene“. Für unser Wett-ABC wollen wir Ihnen genau erklären, was Middles/Polish Middles sind, wie sie sich gestalten und wo sie in welcher Form vorkommen.

Dass beide Wettarten nicht bekannter sind, ist aus unserer Sicht etwas verwunderlich. Immerhin wettet man in beiden Fällen (und sofern die Quoten stimmen) doch mit einem Vorteil gegenüber dem Buchmacher. Dies ist eine der Gemeinsamkeiten beider Wettarten, obwohl sie sich in anderen Punkten grundlegend unterscheiden.

Bei einer klassischen Middle-Wette geht es darum, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt, um davon zu profitieren. Bei der Polish Middle (auch: Inverted Middle) ist es genau umgekehrt: ein spezifisches Ergebnis darf NICHT eintreten. Die Crux an dieser Sache ist aber, dass das Risiko vor allem bei den normalen Middles sehr gering ist, welches aber mit hohen Erträgen belohnt werden kann.
 


 
Middle Wetten & Polish Middle Wettstrategie Erklärung Beispiele

Middles als Variante der Surebets

Da bei einer Middle zwei Wetten notwendig sind und in den meisten Fällen eine Surebet zugrunde liegt, wird diese Wettart dem „Surebetting“ (oder auch Arbitrage) zugeschrieben. Eine Middle zeichnet sich dadurch aus, dass im besten Fall beide gespielten Wetten gewinnen können (was bei einer herkömmlichen Surebet nicht möglich ist) oder es zu einer Cashback Situation kommt (eine Wette gewinnt, andere Wette Geld-Zurück).

Wir wollen Ihnen dies anhand eines Beispiels näher bringen. Zuerst zeigen wir Ihnen, wie eine normale Surebet aussieht und danach wie sich eine Middle gestaltet.

Surebet

  • Buchmacher A – Quote über 3.5 Tore – 2.20
  • Buchmacher B – Quote unter 3.5 Tore – 2.20

Was sehen wir hier? Würden wir auf beide Märkte 100€ wetten, ergäbe das einen sicheren Gewinn von 20€, egal wie viele Tore im Spiel fallen.

Middle

  • Buchmacher A – Quote über 2.5 Tore – 1.85 (100€ Einsatz)
  • Buchmacher B – Quote unter 3.5 Tore – 2.20 (85€ Einsatz)

Was hat sich nun verändert? Die Surebet ist noch immer vorhanden, allerdings wäre der potenzielle Gewinn deutlich weniger (0,91€). Was wir nun aber vorfinden, ist eine sogenannte positive Middle. Diese besteht aus einer Surebet, sowie der Möglichkeit, dass beide Wetten gewinnen. Würden in diesem Spiel genau drei Tore fallen, gewinnen die Wetten bei beiden Buchmachern. Fallen zwei oder vier Tore, gewinnt eine der beiden Wetten, wodurch zumindest ein kleiner Gewinn entsteht.

Eine negative Middle gestaltet sich vom Prinzip her gleich. Sollte diese aber nicht ausgelöst werden, kann es zu einem kleinen Verlust kommen. Dies hängt von den Wettquoten ab.

Wo kommen Middle Wetten vor?

Grundsätzlich findet man Middles in allen Sportarten, welche den Over/Under Markt oder den Handicap Markt beinhalten. Auch Asian Handicap spielt hier eine große Rolle, ebenso Doppelte Chance und 2-Weg Varianten. Hier ein Beispiel:

  • Wette 1: Team A Draw no Bet
  • Wette 2: Team B Doppelte Chance X2

In diesem Fall wird die Middle bei einem Unentschieden ausgelöst – Wette 2 gewinnt und bei Wette 1 gibt es das Geld zurück. Middles beim König Fußball sind am beliebtesten, weil die Eintrittswahrscheinlichkeit sehr hoch liegt. Allerdings gibt es nicht sehr oft derartige Wettmöglichkeiten.

Bei anderen Sportarten hingegen, kommen Middles häufiger vor. Speziell beim Basketball, da hier sowohl der Handicap- als auch der Über/Unter Markt enger getaktet sind. Durch diese Gegebenheiten am Wettmarkt, schwindet zugleich aber die Eintrittswahrscheinlichkeit.

Weitere Sportarten, bei denen Middles recht häufig vorkommen sind American Football, Eishockey, Tischtennis, Tennis, Baseball und auch beim E-Sport, welcher aber seit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag nicht mehr bewettet werden kann.

Middles finden und das Risiko

Damit Sie Middles finden können, ist eine spezielle Software notwendig. Die bekanntesten Arbitrage-Programme scannen die Märkte auch auf Middles. Ein händisches Suchen ist beinahe unmöglich.

Auch wenn Surebets und Middles für risikolosen Profit stehen, gibt es doch einige riskante Aspekte, welcher wir betrachten müssen. Alle Risiken lassen sich aber auf einen Ausgangspunkt zusammenfassen: der Wettanbieter.

Middles entstehen in den meisten Fällen aus Quotenfehlern seitens der Buchmacher. Bei Quotenfehlern kann es dazu kommen, dass die Wette im Gewinnfall nachträglich storniert wird und Sie nur Ihren Einsatz zurückbekommen. Besonders schmerzhaft ist es, wenn Wette 1 verliert und Wette 2 storniert wird. Ob eine Wette storniert wird, hängt immer vom jeweiligen Sportwetten Anbieter ab.

Ein weiterer Risikofaktor, der nicht vernachlässigt werden darf, ist die Quotenänderung während der Wettabgabe. Eine Middle besteht, wie wir gesehen haben, aus zwei Wetten und die Wettquoten sind dafür ausschlaggebend, ob überhaupt eine Middle zustande kommt. Daher kann es passieren, dass sich während der Wettabgabe von Wette 1 die Quote von Wette 2 ändert. Und zwar im negativen Sinn (sprich die Quote sinkt). Zwar gilt äußerste Vorsicht beim Platzieren der Wetten, aber zugleich muss es schnell von statten gehen.

Fazit zu Middle Wetten

Mit einer Middle haben Sie die Möglichkeit ohne oder mit nur geringen Risiko einen verhältnismäßig großen Gewinn zu erreichen. Deshalb ist diese Wettart unter den smarten Wettern sehr beliebt, bei den Wettanbietern aber nicht gern gesehen. Ob eine lukrative Möglichkeit vorhanden ist, hängt aber immer von den Wettquoten ab!
 


 

Der Gegenpart – Polish Middles

Wie bereits eingangs erwähnt, geht es bei einer Polish Middle bzw. der „umgekehrten Middle“ darum, dass ein bestimmtes Ergebnis NICHT eintritt. Dies könnte man mit einer LAY-Wette vergleichen, wie wir sie von Wettbörsen kennen. Auch hier machen die Wettquoten die Musik. Eine Polish Middle, bei der Sie gegenüber dem Buchmacher im Vorteil sind, gibt es nur mit entsprechenden Quoten.

Während es bei den positiven sowie negativen Middles im Normalfall wenig bis gar keinen Verlust gibt, sieht dies bei den Polish Middles schon anders aus. Zwar müssen auch hier zwei Wetten gespielt werden, allerdings wird eben genau ein Ausgang des Spiels nicht abgedeckt. Diese Art von Wetten fällt daher nicht in die Kategorie der Surebets, sondern jener der Value-Bets. Da Sie gegenüber dem Buchmacher noch immer mit einem Vorteil wetten, stellt sich der Gewinn langfristig ein.

Umgekehrte Middles beim Fußball

Gleich vorweg: Polish Middles gibt es durchaus auch bei anderen Sportarten. Das Problem ist aber, dass es aktuell nur eine bekannte Software gibt, welche Polish Middles scannt. Dieser Anbieter hat sich aber auf König Fußball spezialisiert. Dennoch ergeben sich hier öfters gute Gelegenheiten, als bei den klassischen Middles.

Besonders oft finden wir eine Polish Middle beim Wetten gegen das Remis vor. Auf den Wettbörsen kennt man dies auch als „Lay the Draw“ und diese helfen uns auch zu prüfen, ob wir eine gute Wette vorliegen haben oder nicht. Wir haben hierfür wieder ein Beispiel vorbereitet.

Polish Middle Beispiel und Erklärung

Da ein Ausgang bei einer Polish Middle nicht abgedeckt wird, gestalten sich die Wetten etwas anders. Wir zeigen Ihnen nun, wie Sie mit einem mathematischen Vorteil gegen das Unentschieden wetten.

Wettmarkt 1X2 First Half

  • 1. Wette: Team A Draw no Bet zu Quote 1.85 – Einsatz 100€
  • 2. Wette: Team B Sieg zu Quote 4.30 – Einsatz 43€
  • Back Quote Wettbörse 2.50/Lay-Quote Wettbörse 2.52

Was sagt uns diese Wette nun? Auf dem ersten Blick sehen Sie anhand der Wettausgänge sofort, dass ein Gewinn nur entsteht, wenn eine der beiden Mannschaften die erste Halbzeit für sich entscheidet. Ihr maximales Risiko liegt bei 43€. Endet die erste Halbzeit mit einem Remis, verliert die zweite Wette, und bei Wette 1 gibt es das Geld zurück.

Endet die erste Halbzeit nicht mit einem Unentschieden, dann gewinnen wir 42€. Wir wetten also mit einer Quote von 2.02 (43€/42€ Gewinn) GEGEN das Remis. Diese Quote ist aber eine Lay-Quote, welche nicht mit einer herkömmlichen Buchmacherquote zu verwechseln ist.

Anhand der aktuellen Quoten auf der Wettbörse, sehen wir, dass die Quote aus der Polish Middle einen Vorteil bietet. Dies erkennen wir daran, dass unsere Lay-Quote unter der derzeitigen Back-Quote liegt.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wir lassen die Polish Middle Wette so laufen und profitieren langfristig vom Vorteil gegenüber dem Buchmacher, oder wir „kaufen“ die Quote 2.50 und haben somit alle Ausgänge abgedeckt, was wiederum eine Surebet ergibt.

Fazit zu Polish Middle Wetten

Bei den Polish Middles geht es weniger um den sicheren Gewinn sondern um den langfristigen Ertrag. Auch wenn eine PM keine Surebet in dem Sinne ist, liegt dem Ursprung einer Polish Middle immer eine Arbitrage Wette zugrunde. Ob ein mathematischer Vorteil besteht, hängt auch hier von den Wettquoten ab. Mit den Quoten, welche Sie auf den Wettbörsen vorfinden, kann dies aber einfach überprüft werden.

Bitte beachten Sie: Alle Beispiele wurden mit fiktiven Quoten erstellt.

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